Prototyp: Japanischer Plasma-Fernseher mit Mega-Auflösung

15. Juni 2010 – 21:56

Das japanische Unternehmen NHK Science & Technology Reserch Laboratories hat die Zukunft des hochauflösenden Fernsehens eingeleitet: die Ingenieure haben mit großem Aufwand ein 58 Zoll großes Plasma-Display entwickelt, das mit einem extrem niedrigen Pixelabstand von 0,33 Millimetern und einer Auflösung von beeindruckenden 3.840 mal 2.160 Pixeln extrem scharfe Bilder in Ultra-HD-Qualität abbilden kann. Der aktuelle Standard liegt bei einem Pixelabstand von 0,59 Millimetern, wodurch eine Ultra-HD-Abbildung erst auf extrem großen Plasma-Panels ab einer Diagonale von 103 Zoll ermöglicht wird.

Dieses ehrgeizige Zwischenziel haben die japanischen Tüftler erreicht, indem sie kontinuierlich an einer optimierten Hardware gearbeitet haben und Gasentladungen simuliert haben, bis sie das gewünschte Ziel erlangt haben – ein Etappenziel, wie die Ingenieure mitteilen, denn sie haben noch weitaus Größeres vor. Plasma-Bildschirme beruhen auf der Teilchenphysik: Kern der Technik ist eine ionisierte Gasfüllung, deren freie Teilchen durch spontane Emissionen zum Leuchten angeregt werden – je nach Füllung der jeweiligen Kammer in rot, grün oder blau. Ihre hervorstechendsten Merkmale sind die kraftvollen Farben und der praktisch uneingeschränkte Sichtwinkel im Gegensatz zu herkömmlichen Flüssigkristall-Displays (LCD).

Doch wie bereits erwähnt: auf diesem Zwischenstand möchten sich die japanischen Forscher nicht ausruhen. Ihr Ziel ist ein wesentlich ehrgeizigeres Projekt, dessen Grundstein durch diesen Prototyp nun allerdings gelegt wurde: der Pixelabstand soll nochmals schrumpfen auf 0,3 Millimeter, um den Weg zu ebnen für eine Super-Hi-Vision-Auflösung. Damit wären auf einem 100 Zoll-Display kaum vorstellbare 7.680 mal 4.320 Pixel realisierbar – das große Ziel der Ingenieure von NHK. Bis es soweit ist und eine solche Technik Einzug in die heimischen Wohnzimmer halten wird, werden allerdings mit Sicherheit noch einige Jahre vergehen – Fußballfans werden wohl auch während der kommenden Weltmeisterschaft noch gut beraten sein, einem Public Viewing beizuwohnen, um die Fußball-Mannschaften auf einem richtig großen Bildschirm zu verfolgen. Dennoch bieten die Forschungsergebnisse von NHK interessante Zukunftsperspektiven und lassen darauf hoffen, dass die derzeitigen Entwicklungen erst den Grundstein für noch realistischere und atemberaubendere Darstellungen gelegt haben.

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